Einblicke Sommer 2025 Unsere Orgel
Solch ein Musikinstrument ist nicht irgendetwas. Eine Orgel ist das größte. Sie gehört in eine Kirche. Und sie braucht irgendwann Pflege und Wartung. Pfeifen können außer der Stimmung auch die Standfestigkeit verlieren. Eine Pedaltaste ist vor einigen Jahren abgebrochen. Das Manual hat an mechanischer Festigkeit eingebüßt und einige Töne von Registern fehlten ganz. Über Jahre haben wir im Gottesdienst mit Kollekten eine Rücklage aufgebaut, um die Sanierung zu finanzieren. Die Frage, ob sich das lohnt, wäre ein ganz eigenes Kapitel. Aber ist die Orgel nicht wie das Kirchengebäude etwas Unwiederbringliches? Eigentum verpflichtet eben.
Inzwischen ist das Vorhaben abgeschlossen. Christoph und Felix Böttcher aus Lindlar, die diese Arbeit ausgeführt haben, gilt Dank für die gewissenhafte Arbeit und die sehr angenehme Zusammenarbeit.
Im Abschlussbericht war zu lesen:
Die Orgel besitzt im Bereich des Orgelgehäuses und in einem Teil des Pfeifenwerks noch die historische Substanz aus dem 19. Jahrhundert. Alle anderen Orgelteile sind spätestens im Zuge einer Orgelumarbeitung in den 1950er Jahren verändert worden. Gerade wegen der klanglichen Gestaltung stellt sie ein besonderes Instrument dar.
Auf dieser Grundlage entschied man sich gemeindeseitig, das Instrument für eine einwandfreie Funktion der kommenden 25 bis 30 Jahre zu reinigen und in technischen Teilbereichen zu überholen. Hierzu wurden die gut 650 Pfeifen alle ausgebaut und vorsichtig gesäubert. Dabei ist die größte Pfeife gut 2,9 m lang und wiegt ca. 35 kg und die kleinste Pfeife ist nur wenige mm lang und wiegt wenige Gramm. Bei den Holzpfeifen wurde geprüft, ob nicht ggf. der Holzwurm dort aktiv ist (war er nicht) und bei den Metallpfeifen, deren Pfeifenkörperwände aus einer Zinn-Bleilegierung hergestellt sind, wurden Beschädigungen auf einer Form ausgerieben oder die Pfeifen nachgelötet.
Neben der Reinigung aller Orgelteile auch im Bereich der Orgeltechnik wurden alle technischen Bereiche in der Mechanik vom Spieltisch zu den Windladenkästen, auf denen die Pfeifen stehen, überprüft und reguliert, die Dichtigkeit in der Windanlage wieder hergestellt. Nach heutigem Sicherheitsstandard wurde eine bessere Zugängigkeit der Orgel insbesondere beim Stimmen der Pfeifen geschaffen, indem ein breiter und mit Geländer versehener Laufboden an die Orgel von hinten montiert wurde.
Die Arbeiten konnten nach gut 3,5 Arbeitswochen und einem Arbeitseinsatz von über 300 Arbeitsstunden erfolgreich abgeschlossen werden.
Auf dem Dorffest fand übrigens auf Anregung von Sonja Kirschke-Biller eine Trödel-Initiative statt, deren Erlös von über 600 Euro den Fehlbetrag im Orgelbudget verringern sollte.
Kay Büsing